Stadtbezirk Senne

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Lage

Der Bielefelder Stadtbezirk Senne liegt im Süden der Stadt zwischen den Stadtbezirken Brackwede im Westen und Sennestadt im Osten. Im Süden grenzt er an den nördlichsten Gütersloher Stadtteil Friedrichsdorf, im Norden trennt der Teutoburger Wald die Senne von den Stadtbezirken Mitte und Stieghorst. Mit Stand vom 31.12.2005 hatte der 32,19 qkm große Stadtbezirk 20.086 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 624 Einwohnern je qkm entspricht. Das ist nicht einmal halb so viel wie der Bielefelder Durchschnitt, was umso beachtlicher ist wenn man weiss, dass Bielefeld im Ganzen für eine Stadt ihrer Größe schon eine eher geringe Bevölkerungsdichte aufweist.

Der Stadtbezirk Senne teilt sich in die drei Ortsteile Buschkamp im Norden, Windelsbleiche in der Mitte und Windflöte im Süden. Während die Windflöte nahezu ein reines Wohngebiet darstellt und Buschkamp mit Ausnahme einiger weniger Gewerbebetriebe ebenfalls überwiegend Wohnflächen hat, entwickelt sich Windelsbleiche, auch durch entsprechende Bautätigkeit in den letzten Jahren, wieder zunehmend zum infrastrukturellen Herzen der Senne mit Marktplatz, Einzelhandel und Dienstleistung.

Der Stadtteil Buschkamp gehört zu den geografisch begünstigten Vierteln Bielefelds. Die unmittelbare aber dennoch nicht störende Nähe der Autobahnen A2 und A33 sowie die B68 und die Osningstraße in Richtung Innenstadt machen ihn aus allen Richtungen mit dem PKW schnell und leicht erreichbar. Die Straßenbahnlinie 1 und in ihrer Verlängerung die Buslinie 135 schaffen werktags im 10-Minuten-Takt eine hervorragende ÖPNV-Anbindung an die Innenstadt. Obendrein findet sich hier der Bielefelder Sportflugplatz, der auch von Geschäftsreisenden genutzt wird. Entlang des Senner Hellweges, unmittelbar am Hang des Teutoburger Waldes gelegen, findet sich eines der schönsten aber auch teuren Wohngebiete der Stadt.

Landschaft

Der Bielefelder Stadtteil Senne ist Teil der gleichnamigen Landschaft, die sich auf etwa 250 qkm ungefähr zwischen Bielefeld-Brackwede und Paderborn südwestlich von Teutoburger Wald und Eggegebirge ausbreitet. Aufgrund des feinen sandigen Bodens ist die Gegend wenig fruchtbar und eher karg. Ausserhalb der landwirtschaftlichen Flächen bestimmen Heide und lichte Wälder das Bild. Wie schon erwähnt, ist auch heute noch die Senne kein dicht bevölkerter Stadtbezirk, obschon die fortschreitende Erschließung mehrerer Neubaugebiete das Bild etwas verändert. Dennoch überwiegen die unbebauten Flächen immernoch deutlich.

Eine besondere ökologische Stellung nehmen die Rieselfelder ein. Durch großflächige Berieselung eines ca 100 ha großen Areales reinigte das nahegelegene Textilunternhmen Windel seine Abwässer durch langsame Versickerung statt sie ungefiltert direkt in Gewässer einzuleiten. Im Laufe der Jahrzehnte entstand so ein wertvolles Feuchtbiotop. Glücklicherweise entschied man sich nach dem Bau einer Kläranlage im Jahre 1985 dazu, dieses Biotop nicht aufzugeben und trockenfallen zu lassen, sondern es zumindest in Teilen durch eine Stiftung zu erhalten und weiter zu berieseln. Die Biologische Station Gütersloh-Bielefeld betreut das Naturreservat.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Senne im Jahre 1001 unter dem Namen "Desertum Sinethi" oder "Desertum Sinedi", was in etwa mit "großer Heidesteppe" übersetzt werden mag. Aus Sinedi wurde im Laufe der Zeit der Name Senne, womit der irrige Volksglaube widerlegt wäre, der Name "Senne" käme von dem Wort "Sand".

Besiedelt wird die Gegend aber schon wegen des kargen Bodens erst später. Etwa im 12. Jahrhundert werden die ersten fünf Höfe auf dem Gebiet des heutigen Stadtbezirkes errichtet. Als Bauerschaft erstmals 1676 genannt erhält Senne im Jahre 1873 den Rang einer Gemeinde. Aus dieser Zeit stammt auch der unter "Ur-Sennern" auch heute noch gebräuchliche Name Senne I, während die benachbarte Sennestadt bis zur Verleihung des Stadtrechtes im Jahre 1965 den Namen Senne II trägt. Im Rahmen kommunaler Umstrukturierung wird Bielefeld im Jahre 1973 kreisfreie Stadt, der zugehörige sehr kleine Landkreis, darunter auch die Gemeinde Senne I, wird Teil der neuen Stadt Bielefeld.

Sennefriedhof

Ein echtes Kleinod unter deutschen Friedhöfen ist der Sennefriedhof im Nordwesten des Stadtbezirkes. Um das Jahr 1900 steht die im vorhergehenden Jahrhundert rapide gewachsene Stadt Bielefeld vor dem makaberen Problem, auf absehbare Zeit keinen Platz mehr zur Bestattung ihrer Toten zu haben. Es wird der Entschluss gefasst, vor den Toren der Stadt in der Senne Grund anzukaufen und dort einen neuen großen Zentralfriedhof anzulegen. Dieser soll als naturbelassener Waldfriedhof ausgeführt werden, auf Waldlichtungen sollen kleinere Gruppen von 100-200 Gräbern entstehen. Die Zuwege sollen ihrem natürlichen Verlauf folgen. Bis zum Jahr 1913 sind die ersten knapp 62 ha gekauft und erschlossen sowie am Eingang ein Eingangsgebäude und eine Kapelle mit Leichenhalle erreichtet. Der in schlichtem Jugendstil gehaltene runde hohe Kuppelbau besticht heute noch durch seine exzellente Akustik und eine freundliche und doch der Trauer angemessene Atmosphäre. Leider bietet sie jedoch größeren Trauerversammlungen nur wenig Raum. Bis zum Jahr 1955 wird der Friedhof etappenweise auf seine heutige Größe von 98 ha erweiter, womit er zu den drei größten in Deutschland zählt. Bis zum Jahr 1961 erhält er ausserdem eine weitere Kapelle weiter südlich.

Auch wenn das ursprüngliche Konzept inzwischen etwas aufgeweicht wurde und die meisten Wege asphaltiert oder gepflastert sind, hat der Besucher doch nur selten das Gefühl, sich auf einem typischen Friedhof zu befinden. Vielmehr entsteht der Eindruck einer großzügigen und schlichten Waldparkanlage, in die sich neben Einzelgräbern sowie kleineren und größeren Grabfeldern auch ein Urnenfeld und seit Neuestem sogar ein Friedwald harmonisch einbetten. Dieser Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, vielmehr ist er auch ein Ort der Ruhe und sogar der Erholung, und das nicht nur für den Menschen. Zahlreiche aus unseren Gärten fast verschwundene Vogel- und Nagetier- und Insektenarten finden hier großzügige Rückzugs- und Lebensräume.


Weblinks

[1] - Der Stadtbezirk auf der offiziellen Homepage der Stadt

[2] - Biologische Station

[3] - Der Bielefelder Flugplatz

[4] - Museumshof Senne