Kreis 74 e.V.: Unterschied zwischen den Versionen

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Seit Anfang der 90er Jahre haben gut 100 Künstler die Arbeit des Kreis 74 unterstützt: durch Auftritte in den Justizvollzugsanstalten von OWL, durch öffentliche Benefiz-Auftritte oder durch Bilderspenden für Kunstauktionen zu Gunsten des Vereins.
 
Seit Anfang der 90er Jahre haben gut 100 Künstler die Arbeit des Kreis 74 unterstützt: durch Auftritte in den Justizvollzugsanstalten von OWL, durch öffentliche Benefiz-Auftritte oder durch Bilderspenden für Kunstauktionen zu Gunsten des Vereins.
  
Name dropping: [[Wiglaf Droste]], [http://www.eckenga.de/ Fritz Eckenga], Doris Gercke, [http://www.bernd-gieseking.de/ Bernd Gieseking], Gerhard Henschel, [http://www.fannymueller.de/ Funny Müller], Harry Rowohlt, [http://www.roger-willemsen.de/ Roger Willemsen], [http://www.zillgens.de/ Gerlis Zillgens] …
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Name dropping: [[Wiglaf Droste]], [http://www.eckenga.de/ Fritz Eckenga], [http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Gercke Doris] Gercke, [http://www.bernd-gieseking.de/ Bernd Gieseking], [http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Henschel Gerhard Henschel], [http://www.fannymueller.de/ Funny Müller], [http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Rowohlt Harry Rowohlt], [http://www.roger-willemsen.de/ Roger Willemsen], [http://www.zillgens.de/ Gerlis Zillgens] …
  
 
Alle hundert Künstler sind [http://www.kreis74.de/index.php?menue=veranstaltungen&inhalt=veranstaltungen&menue_unten=ja hier] aufgelistet
 
Alle hundert Künstler sind [http://www.kreis74.de/index.php?menue=veranstaltungen&inhalt=veranstaltungen&menue_unten=ja hier] aufgelistet

Version vom 23. März 2007, 10:33 Uhr

Adresse

Kreis 74 - Straffälligenhilfe Bielefeld e.V.

Teutoburger Straße 106

33607 Bielefeld

Tel.: 0521 - 55 73 78 11

Fax: 0521 - 55 73 78 20

E-Mail

Website des Kreis 74


Entstehung & aktuelle Arbeit

"Straffälligenhilfe ist Bürgersache" war das Motto, unter dem sich 1974 in Bielefeld eine Gruppe engagierter Frauen und Männer zusammenfand, um gegen Defizite im Strafvollzug aktiv zu werden. Die schnelle Folge war die Gründung des Kreis 74 - Straffälligenhilfe Bielefeld e.V., der sich schon bald zu einer kompetenten Institution der Freien Wohlfahrtspflege Bielefelds entwickelte. Bis heute ist es Ziel der Vereinsarbeit geblieben, individuellen und gesellschaftlichen Ursachen von Kriminalität entgegenzuwirken und sinnvolle Alternativen zu freiheitsentziehenden Sanktionen anzubieten. Daher unterhält der Kreis 74 ein breites Spektrum qualifizierter Beratungs- und Betreuungsangebote, das auf die Verhinderung so genannter Rückfälle ausgerichtet ist.

Ursprünglich war die gesamte Vereinsarbeit rein ehrenamtlich, und noch heute ist der Beitrag der Ehrenamtlichen quantitativ und qualitativ sehr bedeutsam. Aber es entstanden schon bald verschiedene hauptamtlich besetzte Arbeitsbereiche.

Die Beratungsstelle des Kreis 74 für Straffälligen oder deren Angehörige; Schwerpunkt der Beratungsarbeit ist die Wiedereingliederungshilfe für Inhaftierte. Im Zentrum Bielefelds befindet sich das Wohnprojekt des Kreis 74 mit zwölf stationären Plätzen für Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren. Die Brücke Bielefeld ist eine Jugendhilfeeinrichtung, die für den gesamten Amtsgerichtsbezirk Bielefeld Arbeits- oder Betreuungsweisungen sowie Soziale Trainingskurse als sinnvolle Alternativen zu Arresten realisiert. Für dieselbe Altersgruppe wird hier außerdem die Chance des Täter-Opfer-Ausgleichs angeboten. Täter-Opfer-Ausgleich, der bei Straftaten erwachsener Täter notwendig geworden ist, führt die vereinseigene Fachstelle Via Dialog durch. Wichtig für ganz Ostwestfalen-Lippe ist außerdem das sog. Urlaubszimmer des Kreis 74. Es bietet urlaubsberechtigten, also kurz vor der Entlassung stehenden Inhaftierten die Möglichkeit, sich sinnvoll auf die Zeit nach der Haft vorzubereiten.


Wohnprojekt

Im Jahre 1978 gründete der Kreis 74 die Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft. Zwei Jahre befand sie sich in der Innenstadt, 24 Jahre im Stadtteil Babenhausen, und im März 2004 ist sie unter dem Namen Wohnprojekt in die Innenstadt zurückgekehrt. Hier ist Platz für 12 Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren, die wegen besonderer sozialer Schwierigkeiten gemäß §§ 67-69 SGB XII stationäre Unterstützung suchen. Die Hilfeempfänger bewohnen jeweils zu zweit eine Wohnung, die über zwei Zimmer, Küche, Bad mit Dusche & WC verfügt. Zur gemeinsamen Nutzung steht allen Bewohnern des Hauses eine Gemeinschaftsraum (kleines Café) mit Küche zur Verfügung.

E-Mail


Brücke Bielefeld

Als die Brücke Bielefeld 1980 ihre Arbeit aufnahm, war sie die dritte Einrichtung dieser Art im Bundesgebiet. Ein Jahr vorher war die Brücke München gegründet worden und ebenfalls 1980 die Brücke Köln. Diese drei ersten der inzwischen bundesweit mit identischer Intention arbeitenden Einrichtungen der Jugendhilfe waren Ergebnis einer kriminalpolitischen Diskussion der siebziger Jahre. Ziel war dabei eine innere Reform des Jugendgerichtsgesetztes (JGG) zu erreichen, indem vorhandene juristische Möglichkeiten genutzt werden sollten, um freiheitsentziehende Maßnahmen durch sinnvolle ambulante Reaktionen zu ersetzen. Inzwischen hat sich die Ursprungsidee durchgesetzt und ist explizit Teil des JGG geworden. In diesem Sinn realisiert die Brücke Bielefeld für den Amtsgerichtsbezirk Bielefeld Arbeitsweisungen, Betreuungsweisungen sowie Soziale Trainingskurse und Täter-Opfer-Ausgleich bei jugendlichen Straftätern.

Alle zu unentgeltlichen und gemeinnützigen Arbeiten verurteilten Jugendlichen und Heranwachsenden werden zur Erledigung ihrer Arbeitsweisung in eine geeignete Einsatzstelle vermittelt. Mehr als 300 sehr verschiedene und über das gesamte Stadtgebiet verteilte gemeinnützige Einrichtungen bieten als Kooperationspartner der Brücke Bielefeld Arbeitsmöglichkeiten.

Insgesamt gehört es zum Konzept der Brücke, dass sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, wenn sich im Rahmen der Vermittlung oder Erledigung der Arbeitsstunden besondere persönliche Probleme offenbaren. Oft beschränkt sich die Hilfe nur auf eine überschaubare Angelegenheit, aber viele jugendliche oder Heranwachsende gehen dabei auch längerfristige Betreuungsverhältnisse ein. Stellt sich schon vor der Gerichtsverhandlung, z.B. durch die Vorarbeit der Jugendgerichtshilfe, heraus, dass als Hintergrund der Tat eine problematische Lebenssituation besteht, so können die Jugendrichter im Rahmen einer Betreuungsweisung einen Zeitraum (meist 6 bis 12 Monate) festlegen, den die Angeklagten durch die Brücke betreut werden sollen. Diese Betreuungen können dann so intensiv wie notwendig ausgeführt werden.

Gemeinsam mit allen anderen Brücke-Projekten des Landes NRW hat die Brücke Bielefeld eine detaillierte Arbeits-Beschreibung vorgelegt. Das Druckwerk kann man beim Kreis 74 bekommen oder hier als pdf-Datei runterladen (Dateigröße: 508 KB)

E-Mail


Via Dialog

Via Dialog ist die Bielefelder Fachstelle für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktregelung. Hier erhalten Sie professionelle Unterstützung, wenn Sie nach einer Straftat oder in einem Streitfall einen Ausgleich wünschen. Die Angebote sind für alle Beteiligten kostenlos.

Via Dialog hilft Geschädigten, individuelle Bedürfnisse von Tatverarbeitung bis Wiedergutmachung zu klären und dem Beschuldigten gegenüber geltend zu machen. Beschuldigte werden bei ihrem Bemühen um Wiedergutmachung und Rehabilitation unterstützt. Konfliktbeteiligten helfen wir, nervenaufreibende und bedrückende Streits beizulegen oder akzeptabel zu regeln. Ziel jeden Täter-Opfer-Ausgleichs ist eine Vereinbarung, die Opferbedürfnisse befriedigt und den Wiedergutmachungswillen des Täters belegt. Den Opfern erspart die Wiedergutmachungsvereinbarung den Aufwand und das Risiko einer Zivilklage. Den Tätern wird ihr nachgewiesenes Bemühen um Wiedergutmachung durch Strafmilderung oder Einstellung des Strafverfahrens anerkannt.

Tel.: 0521 - 5 21 21 95

E-Mail


Ehrenamtlich mitmachen

Mehr als drei Dutzend Leute engagieren sich ehrenamtlich beim Kreis 74. Eine gut gemischte Truppe macht hier gute Arbeit. Die Ehrenamtlichen entscheiden selbst, was sie tun und wie viel Zeit sie investieren wollen. Denn nur so ist eine zuverlässige, dauerhafte und engagierte Mitarbeit möglich, von der alle Nutzen haben.

Was machen die Ehrenamtlichen? Zum Beispiel Briefkontakte mit Inhaftierten, die keine Kontakte mehr nach draußen haben. Dies erfordert wohl am wenigsten Zeit. Es gibt aber auch Ehrenamtliche, die mehrere Einzelbetreuungen in den umliegenden Haftanstalten übernommen haben. Wieder andere führen Freizeitgruppen durch oder begleiten Inhaftierte bei ersten Ausgängen während eines Hafturlaubes. Für alle Ehrenamtlichen bietet der Verein fachliche Beratung und Fortbildung wie auch Supervision an.

Die ehrenamtliche Betreuung dient nicht nur der Resozialisierung Einzelner und trägt so zur Vermeidung erneuter Straftaten bei, sondern hilft auch, den Kontakt zwischen Haftanstalten und Gesellschaft zu verbessern. Ganz im Sinne des demokratischen Grundgedankens aus der Anfangszeit des Vereins.

Wer sich für die Vereinsziele engagieren möchte, aber keine Betreuungsarbeit leisten mag, kann sich auch anderen sinnvollen Aufgaben widmen. Die Möglichkeiten reichen von handwerklichen Arbeiten im Wohnprojekt über Programmierarbeit für die Website bis hin zur Mitarbeit im Bücherkeller des Kreis 74. Der Verein hat verschiedene praktische Unterstützer dieser Art und freut sich über jeden weiteren, der eine Idee hat, wie er mitmachen kann.

Tel.: 0521 - 55 73 78 26

E-Mail


Künstler für den Kreis 74

Seit Anfang der 90er Jahre haben gut 100 Künstler die Arbeit des Kreis 74 unterstützt: durch Auftritte in den Justizvollzugsanstalten von OWL, durch öffentliche Benefiz-Auftritte oder durch Bilderspenden für Kunstauktionen zu Gunsten des Vereins.

Name dropping: Wiglaf Droste, Fritz Eckenga, Doris Gercke, Bernd Gieseking, Gerhard Henschel, Funny Müller, Harry Rowohlt, Roger Willemsen, Gerlis Zillgens

Alle hundert Künstler sind hier aufgelistet


Eigene Publikationen

Flagrant

Der Flagrant ist die Informationsschrift des Kreis 74, die erstmals im September 1999 aus Anlass des 25-jährigen Vereinsjubiläums erschien. Seither erscheint so jährlich wie möglich eine neue Ausgabe - ganz so wie es das Zeit- und Geldbudget des Vereins erlaubt.

Flagrant informiert über die Arbeit des Kreis 74 und stellt dabei aktuelle Entwicklungen vor, außerdem weist er stets auf öffentlichen Veranstaltungen hin und bringt Informations- und Diskussionsbeiträge zu sozial- und kriminalpolitischen Themen. Autoren sind Vereinsmitglieder, aber auch Kooperationspartner aus Justiz, Polizei, Fachwissenschaften oder Presse.

Hier kann man die Jubiläumsausgabe runterladen: "30 Jahre Kreis 74" (5.62 MB)


NICOLA KESSLER: Bonjour Tristesse

Gefangenenliteratur - Betrachtungen eines Genres und Originalbeispiele

Mit Bonustrack und Sammelbildchen

10 Fotos von Veit Mette

148 mm x 148 mm, 72 Seiten

Preis: 6 Euro plus 1,50 Euro Versand

In ästhetisch ansprechender Form präsentiert der Kreis 74 eine fachkundige Betrachtung der Literaturproduktion von Inhaftierten. In sachlich-eindrucksvollen Worten versteht es die Autorin, ein literarisches Segment darzustellen, das die Gesellschaft gewöhnlich vollständig ausgrenzt, ganz so wie dessen Autorinnen und Autoren. Doch hinter den Gefängnismauern existiert eine Welt, die trotz ihrer sehr eigenen Strukturen auch ein Teil dieser Gesellschaft ist.

Bonjour Tristesse bietet hierzu erstaunliche Einblicke und setzt sich dabei gekonnt über die eigentümliche Schwere des Themas hinweg. Zehn stimmungsvolle Fotos des renommierten Bielefelder Fotografen Veit Mette zeigen Impressionen aus der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede I. Sie werden hier zum ersten Mal, und zwar in Form selbstklebender Sammelbildchen veröffentlicht - in einer Form also, die gewöhnlich Kindern zur Aneignung und Selbstkonstruktion von Realität oder Trivialität angeboten wird. Ein Bonustrack rundet das Geschehen derart tadellos ab, dass zum Erwerb dieses Druckwerks nur geraten werden kann.


Weblinks