Kreis 74 e.V.

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Adresse

Kreis 74 - Straffälligenhilfe Bielefeld e.V.

Teutoburger Straße 106

33607 Bielefeld

Tel.: 0521 - 55 73 78 11

Fax: 0521 - 55 73 78 20

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Entstehung & aktuelle Arbeit

"Straffälligenhilfe ist Bürgersache" war das Motto, unter dem sich 1974 in Bielefeld eine Gruppe engagierter Frauen und Männer zusammenfand, um gegen Defizite im Strafvollzug aktiv zu werden. Die schnelle Folge war die Gründung des Kreis 74 - Straffälligenhilfe Bielefeld e.V., der sich schon bald zu einer anerkannten und kompetenten Institution der Freien Wohlfahrtspflege Bielefelds entwickelt hat.

Bis heute ist es Ziel der Vereinsarbeit geblieben, individuellen und gesellschaftlichen Ursachen von Kriminalität entgegenzuwirken und sozialpädagogisch sinnvolle Alternativen zu freiheitsentziehenden Sanktionen anzubieten. Mit dieser Intention unterhält der Kreis 74 ein breites Spektrum qualifizierter Beratungs- und Betreuungsangebote, das auf die Verhinderung so genannter Rückfälle ausgerichtet ist. Unter dem Gesichtspunkt, dass engagierte Straffälligenhilfe immer auch präventiv wirksamen Opferschutz darstellt, wird seit inzwischen mehr als 30 Jahren eine gesellschaftlich wichtige Arbeit geleistet.

Ursprünglich wurden die gesamten Vereinsaktivitäten nur ehrenamtlich gestaltet, und noch heute ist der Beitrag unserer Ehrenamtlichen eine wichtige Ergänzung zur hauptamtlichen Vereinsarbeit. Darüber hinaus wurden aber schon bald eine Reihe von hauptamtlich besetzten Arbeitsbereichen realisiert. Insgesamt kann der Verein daher heute mit einer sehr differenzierten und sich ergänzenden Palette von verschiedensten Hilfsangeboten aufwarten.

Die Beratungsstelle des Kreis 74 im denkmalgeschützten Alten Logierhaus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes steht Straffälligen oder deren Angehörige zur Verfügung. Schwerpunkt der Beratungsarbeit ist die Wiedereingliederungshilfe für Inhaftierte. Im Zentrum Bielefelds hat das Wohnprojekt des Kreis 74 12 stationäre Plätze für Männer mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. Die Brücke Bielefeld realisiert für den gesamten Amtsgerichtsbezirk Bielefeld Arbeits- oder Betreuungsweisungen sowie Soziale Trainingskurse als sinnvolle Alternativen zu Arresten oder Bußgeldern für Jugendliche und Heranwachsende. Für dieselbe Altersgruppe wird hier außerdem die Chance des Täter-Opfer-Ausgleichs angeboten. Beim Täter-Opfer-Ausgleich, der bei Straftaten erwachsener Täter notwendig geworden ist, führt unsere Fachstelle Via Dialog den Ausgleich durch. Wichtig in unserer Region ist außerdem das Urlaubszimmer des Kreis 74. Es bietet urlaubsberechtigten, also kurz vor der Entlassung stehenden Inhaftierten die Möglichkeit, sich sinnvoll auf die Zeit nach der Haft vorzubereiten.


Wohnprojekt

Im Jahre 1978 gründete der Kreis 74 die Sozialtherapeutische Wohngemeinschaft. Zwei Jahre befand sie sich in der Innenstadt, 24 Jahre im Stadtteil Babenhausen, und im März 2004 ist sie unter dem Namen Wohnprojekt in die Innenstadt zurückgekehrt. Hier ist Platz für 12 Männer im Alter zwischen 18 und 50 Jahren, die wegen besonderer sozialer Schwierigkeiten gemäß §§ 67-69 SGB XII stationäre Unterstützung suchen. Die Hilfeempfänger bewohnen jeweils zu zweit eine Wohnung, die über zwei Zimmer, Küche, Bad mit Dusche & WC verfügt. Zur gemeinsamen Nutzung steht allen Bewohnern des Hauses eine Gemeinschaftsraum (kleines Café) mit Küche zur Verfügung.

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Eigene Publikationen

Flagrant

Der Flagrant ist die Informationsschrift des Kreis 74, die erstmals im September 1999 aus Anlass des 25-jährigen Vereinsjubiläums erschien. Seither erscheint so jährlich wie möglich eine neue Ausgabe - ganz so wie es das Zeit- und Geldbudget des Vereins erlaubt.

Flagrant informiert über die Arbeit des Kreis 74 und stellt dabei aktuelle Entwicklungen vor, außerdem weist er stets auf öffentlichen Veranstaltungen hin und bringt Informations- und Diskussionsbeiträge zu sozial- und kriminalpolitischen Themen. Autoren sind Vereinsmitglieder, aber auch Kooperationspartner aus Justiz, Polizei, Fachwissenschaften oder Presse.

Flagrant erhalten alle Vereinsmitglieder und Interessenten kostenlos.


NICOLA KESSLER: Bonjour Tristesse

Gefangenenliteratur - Betrachtungen eines Genres und Originalbeispiele

Mit Bonustrack und Sammelbildchen

10 Fotos von Veit Mette

148 mm x 148 mm, 72 Seiten

Preis: 6 Euro plus 1,50 Euro Versand

In ästhetisch ansprechender Form präsentiert der Kreis 74 eine fachkundige Betrachtung der Literaturproduktion von Inhaftierten. In sachlich-eindrucksvollen Worten versteht es die Autorin, ein literarisches Segment darzustellen, das die Gesellschaft gewöhnlich vollständig ausgrenzt, ganz so wie dessen Autorinnen und Autoren. Doch hinter den Gefängnismauern existiert eine Welt, die trotz ihrer sehr eigenen Strukturen auch ein Teil dieser Gesellschaft ist.

Bonjour Tristesse bietet hierzu erstaunliche Einblicke und setzt sich dabei gekonnt über die eigentümliche Schwere des Themas hinweg. Zehn stimmungsvolle Fotos des renommierten Bielefelder Fotografen Veit Mette zeigen Impressionen aus der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede I. Sie werden hier zum ersten Mal, und zwar in Form selbstklebender Sammelbildchen veröffentlicht - in einer Form also, die gewöhnlich Kindern zur Aneignung und Selbstkonstruktion von Realität oder Trivialität angeboten wird. Ein Bonustrack rundet das Geschehen derart tadellos ab, dass zum Erwerb dieses Druckwerks nur geraten werden kann.


Website des Kreis 74

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