Wilhelm Klarhorst

Aus Bielepedia
Version vom 22. Februar 2018, 13:16 Uhr von Codero2 (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Klarhorst (* 1854 in Bielefeld; † 1914) war ein Bielefelder Bauunternehmer. Er wurde als Sohn eines Leinewebers in Lämershagen geboren. Nach der Schul- und Gesellenzeit fand er 1871 eine Stelle als Maurerpolier in Bielefeld.

1881 machte er sich mit Unterstützung eines Kaufmannes selbständig und gründete in der Brunnenstraße ein eigenes Baugeschäft. Es entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Unternehmen in der Region. Klarhorst beschäftigte insgesamt fast 2.000 Personen, davon über 1.000 Maurer. Bei der Errichtung markanter Bielefelder Bauwerke war die Firma Klarhorst beteiligt, so beim Schlachthof, der Weberei Ravensberg in Schildesche, dem Stadttheater, der Johanniskirche, dem Hauptbahnhof, dem Landgericht und dem Postamt an der Herforder Straße.

1899 erwarb Wilhelm Klarhorst für 925.000 Mark den Meierhof zu Sudbrack an der Kreuzung Sudbrack-/Apfelstraße mit den verbliebenen Ländereien. Er nutzte das Hofgelände als Lagerplatz und errichtete 1904/05 in direkter Nähe eine Ziegelei, die bis zu 5 Millionen Ziegelsteine jährlich produzierte. Diese war bis 1964 in Betrieb und wurde 1966 abgerissen.

Für seine Beschäftigten baute Klarhorst zwischen 1899 und 1926 im Sudbrackviertel 250 Wohnhäuser – für mehr als 3000 Bewohner. Zur Erinnerung erhielt die Henriettenstraße den Vornamen seiner Gemahlin Henriette Klarhorst geb. Vinke(1858-1935).

Nach dem Tod Wilhelm Klarhorsts führte erst seine Frau, dann sein Sohn das Geschäft weiter. Es musste jedoch 1935 verkauft werden und wurde in die Baugesellschaft Sudbrack umgewandelt, die noch heute besteht, allerdings an einen anderen Standort umgezogen ist.

Die Klarhorstsche Familie wohnte ab 1905 in der Villa an der Obernstraße 48, die später Sitz der Handwerkskammer war und ab 2018 das "Kunstforum Hermann Stenner" beherbergt.

Das Hauptgebäude des Sudbrackhofes (ein um 1860 nach einem Brand an diese Stelle versetztes lippisches Fachwerkhaus) wurde 2012 allen denkmalschützerischen und ästhetischen Bedenken zum Trotz abgerissen. Heute stehen auf dem Gelände moderne Wohnungsbauten.


Weblinks